Geschichte der Rauchmelder und Gasmelder

Wer glaubt, die Geschichte des Rauch- und Gasmelders sei eine moderne, der hat sich getäuscht. Tatsächlich lassen sich die Anfänge bis ins Mittelalter zurückverfolgen.

Es war einmal… der Mensch

Historiker nehmen an, dass im Jahr 1334 mit dem Erlass der ersten Feuerordnung in Göttingen der Grundstein für die Brandbekämpfung gelegt wurde. Doch schon viel früher haben die Menschen auf lebendige Rauch- und Gasmelder zurückgriffen. Hierbei handelte es sich zumeist um Sklaven, die im Brandfall nicht selten auch die Rolle der Feuerwehr übernahmen; mit anderen Worten, sie mussten nicht nur nach Feuer Ausschau halten, sondern dieses löschen.

Verkabelung und Vogelkäfige

Der Bau der ersten Feuer-Meldeanlage in Berlin dürfte wohl zweifellos als wichtiger Meilenstein in der Brandbekämpfung betrachtet werden. Damals verlegten die Menschen unterirdische Kabel, die am Ende ein Netz aus insgesamt 37 Feuermeldern bildeten. Der Entdecker eines Brandes konnte dieses Netz nutzen, um die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen. Doch trotz dieses seinerzeit innovativen Alarmsystems setzten die Menschen weiterhin auf lebendige Rauch- und Gasmelder. So wurden beispielsweise Vögel in Käfigen genutzt. Vor allem im Bergbau kamen diese zum Einsatz, um die Arbeiter rechtzeitig vor gefährlichen Gasen zu warnen.

Das 19. und 20. Jahrhundert

1890 war das Jahr, in dem die erste automatische elektrische Brandmeldeanlage die Entwicklung der Brandbekämpfung weiter vorantrieb. Als Erfinder werden der Mathematiker und Physiker Francis Robbins Upton und dessen Kollege Fernando Dibble ausgewiesen. Etwa zwölf Jahre später patentierte George Andrew Darby die ersten elektrischen Wärme- und Rauchmelder in Birmingham, England. Diese funktionierten mit einem Stück Butter, das zwischen zwei elektrisch geladene Platten angebracht wurde. Sobald durch einen raschen Temperaturanstieg die Butter schmolz, berührten sich die zwei Platten und setzten eine elektrische Reaktion in Gang, die wiederum einen Alarm auslöste. Sowohl bei Upton und Dibble als auch bei Darby galten die Rauch- und Gasmelder ausschließlich für Industriekunden. Der Gebrauch im Privathaushalt war zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der hohen Herstellungskosten noch nicht möglich.

Walter Jäger

Es dauerte weitere 20 Jahre, ehe der Schweizer Physiker Walter Jäger den Weg für die Entwicklung der heutigen Rauch- und Gasmelder ebnete. Dies geschah eher zufällig während des Versuchs, einen Sensor für Giftgas zu erfinden. Aus Frustration über ein fehlgeschlagenes Experiment zündete Walter Jäger sich eine Zigarette an. Die daraus entstandene Rauchentwicklung setzte kurzfristig den Zähler des Sensors in Bewegung. Als Walter Jäger dies bemerkte, wurde ihm klar, dass er zwar keinen Giftgas-Sensor, dafür aber einen funktionstüchtigen Rauchmelder erfunden hatte, der unseren heutigen in ihrer Funktionsweise nicht unähnlich ist. Alles, was noch getan werden musste, war, eine Lösung zu finden, wie das Gerät kontinuierlich mit Strom versorgt werden würde.

Die 1960er bis heute

30 Jahre nach Walter Jägers Entdeckung gelang es der Industrie, Rauch- und Gasmelder auch für den Privathaushalt anzubieten. Der Erfinder und Unternehmer Duane D. Pearsall brachte als erster ein batteriebetriebenes Modell aus feuerfestem Stahl für die Massenproduktion auf den Markt. Damit wurde der Grundstein für die Erfolgsgeschichte der heutigen Rauch- und Gasmelder gesetzt. Mittlerweile sind allein in Großbritannien 85% der Privathaushalte mit Rauch- und Gasmeldern ausgestattet; in den USA sind es sogar 93%, während Deutschland mit seinen gerade mal 30% etwas hinterherhinkt.